Warum Agentin
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Diese Seite ist neu. Nicht neu gestrichen, sondern neu gebaut: anderes Datenmodell, andere Navigation, andere Idee davon, was hier eigentlich stehen soll. Der Name ist geblieben, und weil ihn regelmäßig jemand missversteht, fange ich damit an.
Zwei Lesarten, beide Absicht
Agentin heißt bei mir zwei Dinge gleichzeitig.
Erstens: Ich baue Agents. Copilot Studio, Microsoft Foundry, Microsoft Agent Framework. Das ist die Hälfte meiner Arbeitswoche, mal als Prototyp im Kundenprojekt, mal als Demo auf der Bühne, mal als Code, den ich hinterher wieder wegwerfe, weil die Idee nicht trägt.
Zweitens: Ich bin eine. Nicht im Trenchcoat, sondern im ursprünglichen Wortsinn. Jemand, der im Auftrag unterwegs ist, Informationen sammelt, sie einordnet und weitergibt. Genau das mache ich seit Jahren auf Konferenzen, in Büchern und in Kundenprojekten.
Der Spionage-Anstrich ist ein Augenzwinkern, kein Kostüm. Wenn er dem Inhalt im Weg steht, fliegt er raus. Er ist mir aber wichtig genug, um ihn konsequent durchzuziehen, weil er eine Sache richtig transportiert: Meine Arbeit besteht zu einem großen Teil daraus, mich in fremde Systeme einzuarbeiten, herauszufinden, wie sie wirklich funktionieren, und das verständlich zurückzugeben.
Keine losen Enden
Der zweite Teil des Namens ist der Nachname, und der war ein Geschenk. Enders. Keine losen Enden.
Das ist kein Wortspiel um des Wortspiels willen, sondern der Anspruch, an dem ich mich messen lasse. Ein Agent, der im Demo läuft und in Produktion kippt, ist ein loses Ende. Ein Proof of Concept ohne Kostenrechnung ist ein loses Ende. Ein Vortrag, der begeistert und niemanden in die Lage versetzt, am Montag etwas anders zu machen, ist ein besonders ärgerliches loses Ende.
Ich habe genug Projekte gesehen, in denen der schwierige Teil erst nach dem Prototyp anfing. Governance, Lizenzkosten, Betrieb, die Frage, wer eigentlich haftet, wenn der Agent Unsinn erzählt. Diese Fragen sind unspektakulär. Sie entscheiden trotzdem darüber, ob aus einer guten Idee ein System wird.
Fünf Identitäten, kein Karriereverlauf
Auf dieser Seite findest du fünf Identitäten. Sie sehen aus wie Stationen, sind aber keine. Sie laufen parallel und alle fünf sind aktiv.
- DIE VERBINDERIN steht für Collaboration und Modern Work. Teams, SharePoint, Microsoft 365. Der Bereich, in dem ich am längsten arbeite und über den meine Bücher gehen.
- DIE KONSTRUKTEURIN steht für Business Applications und Low Code. Power Platform, Dataverse, alles, was Fachbereiche selbst bauen können, wenn man sie lässt.
- DIE AGENTENFÜHRERIN steht für KI-Agenten und Assistenzsysteme. Copilot Studio, Foundry, Orchestrierung, Multi-Agent-Szenarien.
- DIE ARCHIVARIN steht für Wissen, Readiness und Governance. Der unsexy Teil, ohne den nichts davon in Produktion geht.
- DIE TECHNIKERIN steht für Entwicklung und KI im Engineering. Die einzige Identität, die bewusst vendor-neutral ist. Was hier steht, gilt auch außerhalb des Microsoft-Ökosystems.
Warum diese Aufteilung? Weil ein einziger Themenschwerpunkt gelogen wäre. Ich werde für Teams-Themen gebucht und für Agent-Architektur, manchmal auf derselben Konferenz. Statt so zu tun, als sei das eine Entwicklung vom einen zum anderen, mache ich sichtbar, dass es fünf Arbeitsfelder sind, die einander bedingen. Wer Agents baut, ohne Collaboration zu verstehen, baut an den Leuten vorbei. Wer Governance macht, ohne selbst gebaut zu haben, produziert Regeln, die niemand einhalten kann.
Die Decknamen sind bewusst ohne Produktnamen. Produkte werden umbenannt, teilweise zweimal im Jahr. Azure AD heißt Entra ID, Azure AI Studio heißt Microsoft Foundry, Power Virtual Agents heißt Copilot Studio. Eine Identität, die nach einem Produkt benannt ist, veraltet mit dem Produkt.
Was eine Depesche ist
Depeschen sind das, was hier zwischen den Einsätzen entsteht. Vier Formate, und die Unterscheidung ist praktisch, nicht dekorativ:
- Meldung: kurz, ein Fakt, eine Einordnung in wenigen Sätzen. Ein Release, eine Preisänderung, ein Datum.
- Einordnung: der klassische Artikel. Etwas hat sich geändert, ich erkläre, was das für die Praxis heißt, und nehme eine Position ein.
- Nachschlagewerk: Texte, die ich pflege statt sie zu archivieren. Bei diesem Format steht oben nicht das Erscheinungsdatum, sondern das Datum der letzten Prüfung. Kostenmodelle und Compliance-Fristen gehören hierher, weil sie sich ändern und ein zwei Jahre alter Stand schlimmer ist als gar keiner.
- Backstage: das hier. Wie ich arbeite, warum ich Dinge so mache, was schiefgegangen ist.
Jede Depesche hängt an mindestens einer Identität. Das ist keine Kategorie im üblichen Sinn, sondern die Zuordnung zu einem Arbeitsfeld: die Arbeit daran, diese Identität glaubhaft auszufüllen.
Was hier nicht steht
Drei Dinge nehme ich mir bewusst vor.
Keine nacherzählten Release Notes. Wenn Microsoft etwas ankündigt, findest du die Ankündigung bei Microsoft. Was du dort nicht findest, ist die Einschätzung, ob es trägt, was es kostet und wo es bricht. Das ist meine Aufgabe.
Keine Behauptung ohne Quelle. Produktstände ändern sich schnell, mein Gedächtnis ist keine verlässliche Quelle und ein Sprachmodell ist es auch nicht. Wo ich mich auf etwas beziehe, steht der Link dabei, bevorzugt Microsoft Learn oder die Primärquelle. Wo Quellen sich widersprechen, schreibe ich den Widerspruch hin, statt ihn glattzubügeln.
Keine Empfehlung ohne Trade-off. Jede Technologieentscheidung kostet etwas. Wenn in einem Text nur Vorteile stehen, habe ich nicht gründlich genug nachgedacht oder ich verkaufe dir etwas.
Wo du den Rest findest
Die Einsätze sind die Auftritte, sortiert nach Ort, mit Karte. Die Briefings sind die Vorträge selbst, mit Beschreibung und Dauer, falls du einen davon buchen willst. Die Publikationen sind Bücher und Kurse. Die Legende erklärt, wer hinter alledem steckt.
Und hier, in den Depeschen, steht die Arbeit dazwischen.
Aus dem Feld. 🕶️