2023 – Mein persönlicher Jahresrückblick

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und ich frage mich, wo dieses Mal wirklich die Zeit geblieben ist. Wie immer zwischen den Feiertagen lasse ich das Jahre Revue passieren und versuche mir die großen und kleinen Momente der letzten zwölf Monate noch einmal bewusst zu machen. Dieses Jahr fällt es mir schwer, die richtigen Schlüsselmomente auszuwählen; nicht, weil dieses Jahr nichts passiert wäre, sondern weil ich dieses Jahr öfter mal traurig war, enttäuscht wurde oder mich über etwas geärgert habe. Und da negative Momente gerne mal präsenter in Erinnerung bleiben als die positiven, habe ich natürlich erst einmal spontan nichts gefunden. Aber da hilft zum Glück ein Blick auf die vielen Fotos, die ich auch dieses Jahr wieder einmal gemacht habe.

Klappe – Die erste und die zweite

Ich bin nun schon seit vielen Jahren als Autorin beim Rheinwerkverlag tätig, aber dieses Jahr habe ich mich getraut und bin seit März auch Videotrainerin bei LinkedIn Learning. Nach der ersten Verwunderung, als ich gefragt wurde, ob ich Trainerin werden möchte, habe ich mich genauestens auf meinen ersten Kurs zum Thema Teams-App-Entwicklung vorbereitet und bin mit einem Berg an Notizen Ende März nach Graz geflogen. Dort habe ich in den Aufnahmestudios zwei Tage lang intensiv ein Video nach dem anderen aufgenommen, sodass der Rest der Woche dann ziemlich entspannt verlief und ich mir sogar Graz selbst anschauen konnte. Im Oktober habe ich dann den zweiten Kurs aufgenommen und auch trotz weniger Vorbereitung auch hier wieder in zwei Tagen die Aufnahmen abgeschlossen und konnte dann am dritten Tag bereits meinen Trailer drehen und später in der Woche am Nationalfeiertag das Klangleuchten genießen. Die Zusammenarbeit mit den Kollegen und Kolleginnen von LinkedIn Learning war fantastisch und auch wenn ich als Newbie von so vielem keine Ahnung hatte, hatte ich nie das Gefühl, eine dumme Frage zu stellen oder etwas nicht zu können. Ich bin wirklich toll aufgenommen worden und selbst vor dem Trailerdreh konnten sie mir die Angst und Nervosität nehmen. Auch wenn ich von allein nie auf die Idee gekommen wäre, mich als Videotrainerin zu versuchen, bin ich doch dankbar für diese tolle Erfahrung und werde hoffentlich auch im nächsten Jahr weitere Kurse aufnehmen und die bestehenden aktualisieren.

Gastgeberin

Letztes Jahr habe ich in meinem Jahresrückblick bzw. dem Ausblick auf das Jahr 2023 davon gesprochen, dass ich zukünftig als Co-Organisatorin der MetaverseOne neue Erfahrungen sammeln werde. Und genau so ist es auch gekommen. Wenn man sich die Arbeiten im Team aufteilt und sich aufeinander verlassen kann, ist es gar nicht so schwer eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Unsere Veranstaltung fand online und in Teilen sogar passend zum Namen im Metaverse statt. Das hat den Vorteil, dass man sich nicht um eine Location, Catering & Co. kümmern muss, hat aber gleichzeitig auch die Herausforderung, dass man nicht so einfach erkennen kann, ob es den Teilnehmenden gut gefällt oder man etwas anpassen muss. Das Feedback, das wir zur Veranstaltung erhalten haben, war dann allerdings eine Beruhigung und Bestätigung für uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Vielleicht schmücken wir unsere virtuelle Welt fürs nächste Event noch ein bisschen mehr aus, damit sich noch mehr bei uns wohl fühlen und mit anderen Teilnehmenden und den Speakern und Organisatoren ins Gespräch kommen. Es war für mich sehr interessant, mal für ein Event auf der anderen Seite zu stehen und zu sehen, was alles für eine gelungene Veranstaltung erledigt werden muss. Die Abwechslung hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich freue mich schon auf das nächste Jahr mit diesem Team.

I love the Community

Dieses Jahr haben die in-person Events wieder mehr zugenommen und doch war es für mich ein guter Mix aus remote und vor Ort. So hat das Jahr beispielsweise mit dem Teams Community Day remote begonnen, sodass ich mit voller Power anschließend nach Hamburg zum Global Power Platform Bootcamp reisen durfte und dort neben einer natürlich fantastischen Veranstaltung abends noch gemütlich mit Freunden zusammensitzen und die Zeit genießen konnte (Spiderman lief uns auch noch über den Weg und den werde ich so schnell nicht mehr vergessen). Weiter ging es dann mit verschiedenen Veranstaltungen wie Teams10X, Collaboration Hero, dem M365 Summit oder Viva Round the World bevor dann im Juni ein regelrechter Event-Marathon anstand.

Denn ich war in Berlin beim aMS Berlin; das war fast wie ein Familientreffen und dann auch einem spontanen Gastauftritt bei der 100sten Folge der “Alex und Ragnar”-Show. Es hat mich sehr gefreut zu hören, wie sehr mein Engagement in der Community geschätzt wird, da werde ich auch jetzt noch ein bisschen rot. Danach ging es dann nach Dublin zur European Power Platform Conference und anschließend zur Commsverse weiter nach London. Das waren zwei Konferenzen, die bis auf einen Tag Versatz zeitgleich stattfanden. Ich hatte tagelang mit mir gerungen, wem ich absagen bzw. zusagen soll, und bin im Nachhinein froh, dass ich beide besucht habe, denn keine Veranstaltung hätte ich missen wollen. Den Abschluss des ersten Halbjahres bildete dann die Infinity 365, die das erste Mal in Salzburg stattfand. Ich war zwar gesundheitlich mehr als angeschlagen, aber mit den richtigen Hausmittelchen habe ich auch dort eine richtig gute Zeit verbracht und konnte neben einem ganztägigen Workshop auch meine beiden Vorträge gut abliefern. Aber vor allem habe ich mich riesig darüber gefreut, so viele meiner Community-Freunde dort wieder zu treffen und mich mit ihnen auszutauschen.

Die zweite Jahreshälfte ist dann gefühlt viel schneller vergangen, auch wenn hier natürlich eine Reihe weiterer Veranstaltungen anstanden wie beispielsweise das Scottisch Summit on Tour in Manchester (mit sehr viel Regen und einem überraschend luxuriösen Essen, bei dem wir uns minimal underdressed gefühlt haben; aber geschmeckt hat es dafür umso besser). Über die MetaverseOne im September habe ich oben bereits berichtet, aber danach standen im November mit der GlobalXR Conference, der einfachM365 PowerWeek und dem DACH Powerthon weitere Veranstaltungen an, bevor es dann nach Amsterdam zur ESPC ging. Ohne die Bedeutung der anderen Veranstaltungen schmälern zu wollen, so war die Einladung zur ESPC mein persönliches Highlight in diesem Jahr. Ich habe so viele Jahre Vorträge für diese Veranstaltung eingereicht und habe davon geträumt, dort mal als Speaker eingeladen zu werden, dass ich mir fast wie Harry Potter bei Erhalt seines Briefs aus Hogwarts vorkam, als ich die Nachricht erhielt, dass ich dabei bin. Ich war natürlich sehr aufgeregt und nervös und mein es gibt sicher einiges, was ich an meinem Vortrag noch besser machen könnte, aber ich habe die Zeit dort auch ganz bewusst genossen und mich einfach gefreut, dass ich ausgewählt wurde.

Insgesamt sind es dieses Jahr wohl wieder über 30 Vorträge gewesen und das rund um die Themen Collaborative Apps, Microsoft Mesh mit Avataren und immersiven Räumen, Nutzung von Power BI in Power-Platform-Lösungen, Power Virtual Agents bzw. Microsoft Copilot Studio, Microsoft Teams und AI Builder bzw. Nutzung von (generativer) KI zur Prozessoptimierung. Im nächsten Jahr werden sich die Themen vermutlich noch mehr in Richtung KI entwickeln, denn die verschiedenen Copiloten werden immer mehr Präsenz in den Unternehmen erlangen und auch der Bedarf an eigenen Copiloten (als Chat- oder Sprachbot) wird vermutlich immer größer werden.

Eine Reise nach Redmond

Ein besonderes Highlight war auch definitiv das MVP Summit im April, das für mich das erste Mal vor Ort in Redmond stattfand. Da ich 2020 mitten in der Pandemie das erste Mal den MVP Award erhalten habe, hatte ich bis dahin nur Online-Veranstaltungen kennengelernt und endlich hieß es “Auf geht’s zur Microsoft”. Es kam mir fast wie eine Art Klassenausflug vor, denn wir neben unserer lieben Ansprechpartnerin für die DACH-MVPs, Alice Piras, waren auch eine ganze Reihe weiterer MVPs im selben Flieger und so haben wir bereits die Wartezeit für unser Gepäck für das erste Erinnerungsfoto genutzt. Erst dort, viele Meilen entfernt von zu Hause, wurde mir klar, in welcher tollen Gemeinschaft ich Mitglied bin. Das Summit selbst war der Wahnsinn. Am Anfang fühlte es sich noch ein wenig wie eine Konferenz an, aber bald war es mehr eine Reihe an Workshops, in denen ich gemeinsam mit Microsoft-Mitarbeitenden und anderen MVPs neue Themen erarbeitet, Ideen diskutiert und Feedback gegeben habe. Und wenn ich dann so im Verlauf des Jahres sehen konnte, wie genau diese Themen immer mehr Gestalt annahmen bzw. in Teilen auch auf den Markt kamen, so zeigt das, was wir so alles bewegen können und das macht mich stolz und glücklich. Wenn dieser Teil vielleicht als Arbeit bezeichnet werden kann, so kam danach bzw. genauer gesagt dauerwährend auch das Vergnügen nicht zu kurz. Denn ich hatte jede Minute dort so viel Spaß mit alten Bekannten genauso wie mit Menschen, die ich dort erst kennengelernt habe. Das ging alles so unkompliziert; manchmal einfach wenn ich mittags einen Platz gesucht habe, um meinen Teller abzustellen und mich plötzlich mit Menschen aus dem Azure- oder KI-Umfeld unterhalten habe. Ich habe dabei für mich festgestellt, wie viele Menschen ich mittlerweile in der Community kenne und schätze und eine besondere Überraschung war dann der spontane Besuch von Melissa Hubbard, die mich damals als MVP nominiert hat und mittlerweile selbst bei Microsoft arbeitet. Es war einfach eine wundervolle Woche, die wie meistens die schönen Momente zu schnell vorüberging, sodass ich jetzt schon auf das nächste Summit blicke, das nächstes Jahr im März stattfinden wird.

Lebenslanges Lernen und meine neuen Lieblingsthemen

Ich habe auch in diesem Jahr wieder viel gelernt. Dazu gehört beispielsweise, dass es in unserem technischen Umfeld wichtiger denn je ist, sich nicht zu sehr auf ein Thema zu versteifen bzw. früh genug zu erkennen, dass ein Thema ggf. an Wichtigkeit verliert oder seine Bedeutung und seinen Einsatzzweck verändert. Wie viele Jahre habe ich Lösungen auf Basis von SharePoint konzipiert und entwickelt? Ich kann sie fast schon nicht mehr zählen. Über die Jahre hinweg sind immer mehr Möglichkeiten wie Microsoft Teams, die Power Platform, Planner usw. hinzu gekommen und mit all diesen Möglichkeiten habe ich mich beschäftigt. Ich liebe die Herausforderung, die diese Vielfalt mit sich bringt, denn für jede Anforderung ist eine bestimmte Kombination dieser verschiedenen Dienste und Apps nötig. Und manchmal fehlt sogar noch etwas und dann kann sich mein Entwicklerherz ausleben und eine Software-Lösung entwickeln, die in Microsoft Azure bereitgestellt und anschließend an der gewünschten Stelle integriert wird. Im nächsten Jahr wird das hoffentlich etwas mit Microsoft Copilot oder Mesh zu tun haben. Ich träume von Einsatzszenarien, in denen es keine Rolle mehr spielt, ob man einen Büroarbeitsplatz hat oder ein sogenannter Frontline Worker ist. Egal ob mit dem PC, einem Smartphone oder einer AR-/VR-Brille; wie wäre es, wenn jeder in Zukunft seinen persönlichen Assistenten nutzen kann, um seine Arbeit einfacher und mit mehr Spaß zu erledigen?

Abschluss und Ausblick

Mir fällt auf, dass alle bisher genannten Punkte hauptsächlich meine Erlebnisse außerhalb meiner Arbeitsstelle betreffen. Natürlich darf ich nichts in Firmeninterna hier berichten und werde das auch nicht tun, aber so viel darf gesagt sein: Es war dieses Jahr ein großes Auf und Ab der Gefühle.

Ein großes Highlight war für mich dieses Jahr der Ausbildungsabschluss meiner Azubine, die ihre Ausbildung 2020 mitten in der Pandemie begonnen hat und während der drei Jahre unter ganz anderen Bedingungen ausgebildet wurde, als das in den Jahren davor der Fall gewesen ist. Doch sie hat das ganz wunderbar gemeistert und mich mit ihrem Lerntempo mehr als einmal gefordert. Mir hat die Zeit mit ihr riesigen Spaß gemacht und ich weiß nicht, wer von uns am Tag ihrer Abschlussprüfung aufgeregter war. Da wir an dem Tag der Abschlussprüfung nicht auf das Firmengelände durften, habe ich für eine Alternative gesorgt und wir haben es uns nachmittags in der Eisdiele gut gehen lassen. Ich bin so wahnsinnig stolz auf sie und freue mich, dass wir auch weiterhin Kolleginnen sind und sogar in den selben Kundenprojekten arbeiten können.

Neben diesem Highlight habe ich mich aber auch mit vielen Veränderungen in den letzten Monaten sehr schwer getan und dazu gehörte unter anderem der Umzug meines Arbeitgebers aus meiner Heimatstadt in die Bundeshauptstadt Bonn. Auch wenn es aus unternehmerischer Sicht sicher viele gute Gründe hierfür gab, so war es für mich persönlich eine große Veränderung und ich habe wieder einmal vieles über mich gelernt. Ich weiß nun, welche Arbeitsbedingungen ich brauche, um die Leistung zu erbringen, die ich von mir selbst erwarte und andere von mir gewohnt sind; und ich habe gelernt, dass nicht jeder das so nachvollziehen kann. Es hat zwar einige Zeit gedauert und auch das ein oder andere Gespräch benötigt, aber so kurz vor Ende des Jahres habe ich eine Lösung für mich finden können.

Ich habe dieses Jahr auch gelernt, mehr auf meine innere Stimme und mein Bauchgefühl zu hören. Es ist toll, wenn man die Chance bekommt, etwas Neues auszuprobieren, aber auch keine Schande, wenn etwas nicht so klappt wie geplant. Solange man sich das dann auch eingestehen kann und nicht an etwas festhält, was nicht funktioniert, ist auch das eine wichtige Erfahrung, die einen weiterbringt. Und davon hatte ich dieses Jahr vielleicht mehr als in den vorangegangenen Jahren, aber auch dafür bin ich dankbar und nutze diese Erfahrungen für die Herausforderungen, die das nächste Jahr vielleicht für mich bereithält.

Und diese Herausforderungen lassen sich sicher auch dann wieder gemeinsam mit tollen Menschen, meiner Familie, meinen Freunden und Arbeitskollegen und -kolleginnen meistern. Ich freue mich schon auf hoffentlich viele schöne Momente mit den Menschen, die mir wichtig sind; ob bei schönem Wetter draußen auf der Wiese, bei einem Spaziergang an der frischen Luft, einem Kaffee oder einem gemeinsamen Abend, ist dabei zweitrangig. Wichtig ist einfach die gemeinsame Zeit und die Harmonie, die für mich im Leben ganz wichtig sind.

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